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	<title>Expat partner | Chameleon Intercultural Training &amp; Coaching</title>
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		<title>Die 4 Phasen der Rückkehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[wiebke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Oct 2020 09:09:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Expat Coaching]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Achterbahn der Gefühle In den 60er Jahren stellten Gullahorn &#38; Gullahorn in ihrer empirischen Forschung fest, was viele Auslandsrückkehrer intuitiv spürten: Rückkehrer von einem Auslandsaufenthalt erleiden während der Wiederanpassung an das Heimatland ähnliche Stresssymptome, wie... </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="color:#2dc2cc"><strong>Achterbahn der Gefühle</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 60er Jahren stellten Gullahorn &amp; Gullahorn in ihrer empirischen Forschung fest, was viele Auslandsrückkehrer intuitiv spürten: Rückkehrer von einem Auslandsaufenthalt erleiden während der Wiederanpassung an das Heimatland ähnliche Stresssymptome, wie bei der Anpassung an das Gastland zu Beginn des Auslandseinsatzes. Sie entwickelten daraus die W-Kurve der Akkulturation, die ich bereits in meinem Blog-Artikel <a href="https://chameleon-coaching.com/why-we-experience-culture-shock/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Why we experience Culture Shock“</a> abgebildet habe. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine solche Kurve kann natürlich nicht exakt die Erfahrung jedes Einzelnen wiedergeben, jedoch verdeutlicht sie, dass der Entsendungszyklus die Rückkehr miteinschließt und es typische Höhen und Tiefen gibt. Die Hochs werden Honeymoon-Phase genannt, die Tiefs Fremd- oder Eigenkulturschock. Dazwischen liegen jeweils Phasen der Erholung und der Anpassung mit vielen Schwankungen zwischendurch. Grundsätzlich finde ich es beruhigend zu wissen, dass es nach jeder Talfahrt auch wieder bergauf geht. In diesem Beitrag geht es um die Rückkehr und ihre typischen Phasen.</p>



<p class="has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="color:#2dc2cc"><strong>Die 4 Phasen</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Blogfoto-Phasen-dt-neu.jpg" alt="" class="wp-image-4166"/><figcaption>Die 4 Phasen der Rückkehr nach Craig Storti</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Je besser man auf die Rückkehr vorbereitet ist, desto eher kann man sich darauf einstellen und den „Eigenkulturschock“ abfedern. Schauen wir uns daher die vier Phasen der Rückkehr genauer an, die Craig Storti in seinem Buch „The Art of Coming Home“ beschrieben hat.</p>



<p class="has-text-color wp-block-paragraph" style="color:#2dc2cc"><strong>Phase 1: Abschied &amp; Abreise – Gute Planung oder abruptes Ende?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der innerliche Abschied beginnt schon Monate vor der tatsächlichen Ausreise. Die Gedanken wandern immer öfter in die Zukunft: Wie geht es beruflich weiter? Wo werden wir wohnen? In welche Schule gehen die Kinder? Es entstehen lange To-Do-Listen für Abschiedsfeiern, Umzugsplanung, Behördliches, etc.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig nabelt man sich unbewusst schon ein wenig ab, sieht das Gastland mit etwas kritischeren Augen („Den Smog werde ich ganz sicher nicht vermissen!“) und distanziert sich ggf. schon ein wenig von den Freunden, sozusagen aus Selbstschutz, damit der Abschied nicht so schmerzt. Diese Phase ist demnach von einer großen Ambivalenz geprägt – typisch für alle großen Veränderungen im Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2020 ist bei vielen Rückkehrern diese Phase aufgrund der schwerwiegenden Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kurz gekommen oder gar komplett ausgefallen, was den Verarbeitungsprozess der Rückkehr zusätzlich erschwert. Wenn man sich beispielsweise von liebgewonnen Menschen und Orten nicht verabschieden konnte, die Rückkehr mit einer längeren Familientrennung einhergeht oder die Kinder ihre Klassenkameraden aufgrund des Lockdowns gar nicht mehr wiedergesehen haben, dann ist das ein nicht zu unterschätzendes traumatisches Erlebnis. Hier ist es ratsam, sich Unterstützung zu suchen und sich Zeit zu geben, um das Geschehene auf gesunde Weise zu verarbeiten.</p>



<p class="has-text-color wp-block-paragraph" style="color:#2dc2cc"><strong>Phase 2: Der Honeymoon – Mit rosa Brille auf Wolke 7</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Phase fühlt sich tatsächlich wie ein Honeymoon oder ein Heimaturlaub an. Vorherrschend ist die Freude über das Wiedersehen von Verwandten und guten alten Freunden. Es wird alles gegessen und ausgekostet, was man im Ausland vermisst hat. Das Umfeld gibt einem noch eine Schonfrist und ist sehr hilfsbereit bei der Eingewöhnung und belastet einen noch nicht mit allzu viel Verantwortung oder Problemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Phase, in der man alles durch die rosa Brille sieht, hält in etwa zwei bis vier Wochen an. Auch hier gilt, es ist nicht für jeden der gleiche Ablauf und die gleiche Intensität. Selbst innerhalb einer Familie kann es große Unterschiede geben. Hier gilt es, jedem seinen Freiraum zu lassen und Verständnis füreinander zu haben. Zu berücksichtigen gilt hier außerdem, dass es nicht für alle Familienmitglieder eine Rückkehr in die Heimat ist (z.B. bei bi-kulturellen Paaren oder Kindern, die bei der Ausreise noch sehr klein waren).</p>



<p class="has-text-color wp-block-paragraph" style="color:#2dc2cc"><strong>Phase 3: Eigenkulturschock – Aufruhr im Unterbewusstsein</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Eigenkulturschock ist kein einzelner Moment und kein plötzlicher Schock, sondern vielmehr eine komplexe, zu großen Teilen unbewusste Gefühlslage, die sich über Wochen und Monate hinziehen kann. Die Übergänge zu den anderen Phasen sind fließend. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Rückkehr eine große Veränderung darstellt und Zeit braucht. Zeit, um alles zu verarbeiten. Raum für die Trauer über den Abschied von Land, Leuten und einer ganz besonderen Lebensphase, in der man persönlich sehr gewachsen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die unterschiedlichen Ursachen für den Eigenkulturschock habe ich im nachfolgenden Diagramm auf Basis zahlreicher Erfahrungsberichte, Fachartikel und eigenen Erkenntnissen zusammengefasst. Es wird deutlich, welch unerwartete und vielschichtige Bereiche von der Rückkehr betroffen sind. Oft fehlt einem das Vokabular, um das Gefühlschaos zu beschreiben und die Pain Points zu benennen. Diese Übersicht soll als Reflexionshilfe dienen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="755" height="754" src="https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/URSACHEN-EIGENKULTURSCHOCK-neu.png" alt="" class="wp-image-4153" srcset="https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/URSACHEN-EIGENKULTURSCHOCK-neu.png 755w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/URSACHEN-EIGENKULTURSCHOCK-neu-300x300.png 300w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/URSACHEN-EIGENKULTURSCHOCK-neu-150x150.png 150w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/URSACHEN-EIGENKULTURSCHOCK-neu-550x550.png 550w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/URSACHEN-EIGENKULTURSCHOCK-neu-501x500.png 501w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption>Ursachen für den Eigenkulturschock, ©Wiebke Homborg 2020</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Typisch für diese Phase ist die Idealisierung der Zeit im Ausland. Mit verklärtem Blick schwärmt man von all den schönen Erlebnissen und blendet dabei alles Negative aus. Ernüchterung setzt ein und die unschönen Aspekte der Heimat stechen jetzt besonders hervor. Statt mit einer rosa Brille schaut man nun durch die Auslandsbrille auf alles, was zur Folge hat, dass man über seine Mitmenschen und die Heimat ungewohnt hart urteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ironischerweise erwartet das Umfeld, dass man sich inzwischen eingelebt hast und es einem gut geht. Innerlich leidet man jedoch gerade am meisten und oft hat man keinen verständnisvollen Gesprächspartner zur Verfügung bzw. ist selbst beschämt darüber, dass man nicht einfach glücklich ist. Dabei ist es völlig verständlich, dass man mit sich hadert, denn nach und nach wird das Ausmaß der eigenen Transformation bewusst, man hat sich verändert und die anderen auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen Unsicherheiten und Gefühlschaos, die das Dasein als „kultureller Hybrid“ mit sich bringt. Es plagen einen Zweifel über den Sinn der Entsendung insgesamt. Ein mulmiges Gefühl macht sich breit, weil man meint, man müsse zurück auf Los und wieder ganz vorn vorne anfangen. Rückkehrer kämpfen im Job nicht selten mit Status- und Autonomieverlust. Alltagsroutinen sind noch in der Findungsphase, was viel Energie kostet. Der Transformationsprozess schlaucht und man ist gereizt, unkonzentriert, keine gute Gesellschaft, zieht sich zurück und flüchtet gerne in Social Media.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Kinder kann der Prozess ebenso komplex und langwierig sein, wie für die Erwachsenen, auch wenn sie es nicht so deutlich zeigen. Hier sollten Eltern im Blick haben, ob Verhaltensauffälligkeiten oder lang andauernde depressive Phasen auftreten und sich professionelle Begleitung suchen (s. hierzu mein Beratungsangebot und den Verweis auf mein Expertennetzwerk). Die Verantwortung für das Wohlbefinden der Kinder belastet die Eltern oft zusätzlich in dieser Zeit. Alle Familienmitglieder brauchen verstärkte Aufmerksamkeit und einen liebevollen, verständnisvollen Umgang miteinander.&nbsp;</p>



<p class="has-text-color wp-block-paragraph" style="color:#2dc2cc"><strong>Phase 4: Reintegration – Der Zauber von „Sowohl als auch“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt kommt endlich die gute Nachricht: Es geht vorbei! Früher oder später wird man sich einleben und nach und nach innerlich ankommen. Nun fühlt sich Heimat wieder vertraut an, man trifft Bekannte beim Einkaufen, im Job ist man wieder voll integriert, die Kinder haben sich in der Schule eingelebt, das soziale Netzwerk steht. Routinen und Alltag stellen sich ein und geben Sicherheit, man erlangt wieder mehr Kontrolle, entwickelt mehr Selbstbewusstsein und eine Vision für die Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Phase können Heimat und Auslandsaufenthalt aus einer ausgeglicheneren Perspektive betrachtet und reflektiert werden. Es wird deutlich, dass man durchaus das Beste aus beiden Welten beibehalten kann. Es muss kein Entweder-Oder geben, es geht auch ein Sowohl-Als-Auch!</p>



<p class="has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="color:#2dc2cc"><strong>Meine Begleitung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Trainerin und Coach begleite ich Rückkehrer durch alle Phasen, von der Vorbereitung über den Eigenkulturschock bis hin zur Reintegration. Ich biete sowohl <a href="https://chameleon-coaching.com/einzelpersonen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Einzel-</a> als auch <a href="https://chameleon-coaching.com/arriving/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gruppencoaching</a> an. Gemeinsam mit meiner Kollegin Christina Kapaun habe ich ein Gruppen-Coaching Programm für Rückkehrer entwickelt: „Arriving“. <a href="https://chameleon-coaching.com/arriving/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier findest du alle Infos zu „Arriving“</a> und die Termine, wann die nächste Gruppe startet.</p>The post <a href="https://chameleon-coaching.com/die-4-phasen-der-rueckkehr/">Die 4 Phasen der Rückkehr</a> first appeared on <a href="https://chameleon-coaching.com">Chameleon Intercultural Training & Coaching</a>.]]></content:encoded>
					
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		<title>Rückkehr aus dem Ausland – Zwischen Heimatgefühlen und Entfremdung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[wiebke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2020 14:29:58 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rückkehr nach einer Auslandsentsendung erlebt jeder auf seine ganz individuelle Weise. Ob als Entsandte(r), mitausreisende(r) Partner(in) oder Kind, jeder findet sich in seinem eigenen Tempo wieder in der Heimat zurecht. Dabei spielen neben der eigenen Persönlichkeit mehrere Faktoren eine Rolle:</p>
<ul>
<li>Ziehe ich an den alten Wohnort zurück oder geht es in eine ganz neue Region?</li>
<li>Wie oft war ich bereits im Ausland?</li>
<li>Wie lange war ich weg?</li>
<li>Wie gut habe ich den Kontakt zur Heimatkultur gepflegt?</li>
<li>Was waren die Gründe und die äußeren Umstände für die Rückkehr?</li>
<li>In welcher Lebensphase befinde ich mich?</li>
<li>Welche schulische oder berufliche Perspektive habe ich?</li>
<li>Welche Pläne habe ich für die Zukunft?</li>
</ul>
<p>Während manche offenbar überglücklich sind, sich wieder in vertrauten Gefilden zu bewegen, setzt bei vielen nach einiger Zeit die Ernüchterung ein. Warum eigentlich? Was genau passiert da? Das Thema Rückkehr ist sehr vielschichtig und manchmal können wir nur schwer in Worte fassen, was wir empfinden und erleben, geschweige denn mit anderen darüber reden. Ich möchte dazu drei wichtige Aspekte der Rückkehr (in Anlehnung an Gerhard Winter, 1996) näher erläutern:</p>
<h3><span style="color: #7eb4b8;"><strong>1. Veränderung von Wertorientierungen und Lebenseinstellungen</strong></span></h3>
<p>Anfangs sind die meisten deutschen Rückkehrer froh, dass das Land so sauber, ordentlich, umweltbewusst, wirtschaftlich entwickelt, sicher und politisch stabil ist. Nach der anfänglichen Euphorie macht sich bei Einigen eine Art Leere und Befremdung breit. Warum sind die Leute so gestresst und unflexibel? War Deutschland schon immer so konsum- und leistungsorientiert? Im Ausland nimmt man automatisch eine andere Perspektive ein und betrachtet nun alles mit dieser neuen Brille.</p>
<p>Je nachdem, wie lange man im Ausland war, herrscht mittlerweile ein anderes politisches Klima, die Wirtschaft steckt in einer Rezession oder gar das ganze Land in einer Pandemie mit tiefgreifenden Folgen für das öffentliche Leben. Die gesellschaftlichen Themen in der deutschen Presse und auch die Gespräche im näheren Umfeld spiegeln ein deutlich engeres Weltbild wider als das, was man selbst im Ausland entwickelt hat. Die Menschen mögen vielleicht selbstbezogen oder engstirnig wirken und scheinen sich gar nicht bewusst, wie gut es ihnen in Deutschland im internationalen Vergleich eigentlich geht.</p>
<h3><span style="color: #7eb4b8;"><strong>2. Entfremdung von Familie und Freunden</strong></span></h3>
<p>Die Familie und die alten Freunde nehmen einen zumeist herzlich wieder auf und man genießt diese erste Zeit des Wiederanknüpfens sehr, hat man alle doch so sehr im Ausland vermisst. Auch bei ihnen ist die Zeit nicht stehen geblieben und es gab Geburten, Hochzeiten, Scheidungen, Todesfälle, neue Jobs, Umzüge und nur wer im Ausland den Kontakt aufrecht gehalten hat, verliert nicht den Anschluss.</p>
<p>Während man voller Enthusiasmus ist und von all den Erlebnissen und wichtigen Erkenntnissen aus dem Ausland erzählen möchte, stößt man oft schon nach kurzer Zeit auf Unverständnis oder Desinteresse. Bisweilen wird man als arrogant abgestempelt, wenn man ganz natürlich von einem kürzlichen Erlebnis erzählt („Neulich auf der Chinesischen Mauer&#8230;“). Die Veränderungen in den Wertorientierungen und Lebenseinstellungen haben die Daheimgebliebenen nicht mitvollzogen und es wird einem schmerzlich bewusst, dass man sich ein Stück weit „auseinandergelebt“ hat. Nicht selten bevorzugen Rückkehrer es, nicht mehr über ihre Auslandserfahrungen zu sprechen.</p>
<h3><span style="color: #7eb4b8;"><strong>3. Verlust von beruflichen und privaten Kompetenzbereichen</strong></span></h3>
<p>Die Auslandsentsendung wird oft als wichtiger Karriereschritt genutzt und strategisch geplant. Ebenso sollte auch die berufliche Wiedereingliederung nach der Rückkehr rechtzeitig geplant und professionell unterstützt werden, denn allzu oft sehen sich Rückkehrer mit Karriererückschritten oder geringer Würdigung ihres Auslandsfachwissens konfrontiert. Schnell wird dann ein erneuter Auslandsaufenthalt angestrebt oder das Unternehmen gewechselt.</p>
<p>Im privaten Bereich kann es ebenfalls passieren, dass die hart erkämpften „Auslands-Survival-Taktiken“ in der Heimat nun obsolet erscheinen (z.B. schnelles Netzwerken, Fremdsprachen, Rechtslenker oder in chaotischem Verkehr fahren, Aufspüren von deutschsprachigen Ärzten und Rezeptzutaten, etc.). Hinzu kommt, dass die mitausreisenden Partner(innen) in ihrem Beruf häufig pausieren mussten und sich nun sorgen, den Anschluss verloren zu haben. Auch ein Kind, dass sich beispielsweise im amerikanischen Schulsystem bestens auskannte, erscheint nun inkompetent im deutschen Schulsystem und muss sich gegen Vorurteile der Mitschüler und Lehrer durchsetzen.</p>
<h3><span style="color: #7eb4b8;"><strong>Rückkehr oder Neuanfang?</strong></span></h3>
<p>Das Wort Rückkehr drückt eigentlich nicht ganz genau das aus, was es ist. Es handelt sich nämlich nicht um ein Zurück in das alte Leben, denn das ist nach all den Erlebnissen und der persönlichen Weiterentwicklung im Ausland gar nicht möglich. Man ist aus dem früheren Leben herausgewachsen wie aus einem alten Paar Schuhe, das nicht mehr passt. Rückkehr erinnert auch ein wenig an „Rückschritt“ und man hadert mit sich, ob man nicht tatsächlich „zurück auf Los“ muss.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-4080 alignleft" src="https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Foto-Zurueck-auf-Los-300x300.png" alt="" width="300" height="300" srcset="https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Foto-Zurueck-auf-Los-300x300.png 300w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Foto-Zurueck-auf-Los-1024x1024.png 1024w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Foto-Zurueck-auf-Los-150x150.png 150w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Foto-Zurueck-auf-Los-768x768.png 768w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Foto-Zurueck-auf-Los-1060x1060.png 1060w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Foto-Zurueck-auf-Los-550x550.png 550w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Foto-Zurueck-auf-Los-500x500.png 500w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/10/Foto-Zurueck-auf-Los.png 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Ein wichtiger Schritt zum Wiedereinleben und wirklichen Ankommen ist das Verarbeiten der Erfahrungen und der damit einhergehenden Emotionen. Die Rückkehr ist genauso ein Übergangsprozess wie die Ausreise und die Eingewöhnung im Ausland &#8211; ein Prozess mit Abschieden, Wiedersehensfreude, Trauer, Verwirrung und Neuorientierung. Dieser Übergangsprozess fordert uns zur Reflexion und Auseinandersetzung mit uns selbst auf und bietet enormes Potenzial für persönliches Wachstum. Dazu gehört auch, sich mit seinen Gefühlen auseinanderzusetzen &#8211; besonders mit den widersprüchlichen und den ganz unangenehmen Gefühlen. Gefühle wollen gefühlt werden, denn wenn man sie unterdrückt, kommen sie solange durch die Hintertür wieder, bis man ihnen Raum gibt. Das braucht Zeit und Mut. Corona hat Vielen eine außergewöhnlich traumatische Rückkehr beschert. Umso mehr sind Achtsamkeit, Geduld und eine große Portion liebevollen Selbstmitgefühls gefragt.</p>
<blockquote><p>&#8222;You get a strange feeling when you&#8217;re about to leave a place. Like you&#8217;ll not only miss the people you love, but you&#8217;ll miss the person you are now at this time and this place, because you&#8217;ll never be this way ever again.&#8220; &#8211; Azar Nafasi</p></blockquote>
<p>Belohnt wird man mit innerer Klarheit und innerem Frieden, die den Weg frei machen für das neue integrierte Ich, mit neuer Lebensfreude, frischem Mut und einer Vision für die Zukunft. Als Coach begleite ich Rückkehrer auf diesem Weg, denn es ist um ein Vielfaches schwerer, ihn allein zu beschreiten. Da ich Vernetzung mit Gleichgesinnten für ebenso wichtig halte, biete ich gemeinsam mit meiner Kollegin Christina Kapaun ein Gruppen-Coaching für Rückkehrer an: „Arriving“. <a href="https://chameleon-coaching.com/arriving/"><strong>Hier findest du alle Infos zu „Arriving“ und die Termine, wann die nächste Gruppe startet.</strong></a></p>
<p>In meinen kommenden Artikeln findet ihr „Meine 5 Top Tipps für eine sanfte Landung“ und ein paar Einblicke in meine eigenen Rückkehrerfahrungen. Stay tuned!</p>The post <a href="https://chameleon-coaching.com/rueckkehr-aus-dem-ausland-zwischen-heimatgefuehlen-und-entfremdung/">Rückkehr aus dem Ausland – Zwischen Heimatgefühlen und Entfremdung</a> first appeared on <a href="https://chameleon-coaching.com">Chameleon Intercultural Training & Coaching</a>.]]></content:encoded>
					
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		<title>Our cultural roles</title>
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		<dc:creator><![CDATA[wiebke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2020 17:15:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Who are you? And if so, how many?&#8220; This is the title of a well-known German philosophy book on identity by Richard David Precht and it fits perfectly for this article! As mentioned in my... </p>
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<div dir="auto" style="text-align: center;"><span style="color: #33cccc;">And if so, how many?&#8220;</span></div>
</blockquote>
<p dir="auto">This is the title of a well-known German philosophy book on identity by Richard David Precht and it fits perfectly for this article!</p>
<p dir="auto">As mentioned in <a href="https://chameleon-coaching.com/how-to-communicate-and-collaborate-effectively-in-foreign-cultures/">my previous article</a>, we should stop thinking in terms of countries and national cultures when we talk about culture. You will most probably not define yourself as &#8222;typically Mexican&#8220; or &#8222;typically German&#8220; or &#8222;typically ______&#8220; (fill the blank!) &#8211; in all countries, no matter how small, there are pronounced regional differences from North to South, from East to West. The highlands, the lowlands, the coast, cities, rural areas, etc. Also, think in terms of interests or professions. An Indonesian artist might have more in common with a Finnish artist than with an Indonesian engineer. Within a company you will find that in the Marketing department there is a completely different culture than in Finance. The better you get to know a new country, the more you become aware of the nuances and the subcultures.</p>
<p dir="auto">We belong to different subcultures at the same time. And we have different roles and behaviors in each. For example, when I talk to my tax consultant I am in a different role than when I talk to my kids. I adapt my communication accordingly. Or, I use less slang/curse words when talking to my parents, this is how I show respect and automatically adapt to my original family culture and daughter role.</p>
<p dir="auto">In the image above you can see some examples of the subcultures I belong to and what my roles are in these. This template is for you to download and fill in yourself:</p>
</div>
<div class="o9v6fnle cxmmr5t8 oygrvhab hcukyx3x c1et5uql ii04i59q">
<div dir="auto"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3667 size-large" src="https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/09/My-cultural-roles-template-1024x1024.jpg" alt="" width="710" height="710" srcset="https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/09/My-cultural-roles-template-1024x1024.jpg 1024w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/09/My-cultural-roles-template-300x300.jpg 300w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/09/My-cultural-roles-template-150x150.jpg 150w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/09/My-cultural-roles-template-768x768.jpg 768w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/09/My-cultural-roles-template-1060x1060.jpg 1060w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/09/My-cultural-roles-template-550x550.jpg 550w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/09/My-cultural-roles-template-500x500.jpg 500w, https://chameleon-coaching.com/wp-content/uploads/2020/09/My-cultural-roles-template.jpg 1080w" sizes="(max-width: 710px) 100vw, 710px" /></div>
<div dir="auto">Become aware of your cultural roles. And keep in mind that culture is a fluid concept, it keeps changing and evolving, just like your roles.</div>
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		<title>Building bridges with our stories: Silke aus Deutschland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[wiebke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Nov 2019 04:08:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Expat life]]></category>
		<category><![CDATA[Expat partner]]></category>
		<category><![CDATA[Interview Series]]></category>
		<category><![CDATA[ausland]]></category>
		<category><![CDATA[expat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unsere persönlichen Geschichten zu teilen und voneinander zu lernen, ist seit Anbeginn der Menschheit der wirkungsvollste Weg zu mehr Gemeinschaft, gegenseitiger Inspiration und persönlichem Wachstum. Durch sie haben wir die Chance, neue Perspektiven zu entdecken... </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Unsere persönlichen Geschichten zu teilen und voneinander zu lernen, ist seit Anbeginn der Menschheit der wirkungsvollste Weg zu mehr Gemeinschaft, gegenseitiger Inspiration und persönlichem Wachstum. Durch sie haben wir die Chance, neue Perspektiven zu entdecken und unseren Horizont zu erweitern.</em></strong></p>
<h2><strong>Silke erzählt, wie ihr Expat-Leben in Mexiko durch den Tod ihres Mannes ein abruptes, tragisches Ende nahm und was ihr und ihren vier Töchtern half, diesen schweren Schicksalsschlag zu überwinden.</strong></h2>
<p><em>Silke ist eine sehr geschätzte interkulturelle Trainerkollegin, mit der ich mich aufgrund mehrerer erstaunlicher Parallelen sehr stark verbunden fühle: Wir haben zu unterschiedlichen Zeiten als Expats in Puebla/Mexiko gelebt, kurz hintereinander die Trainer-Ausbildung im selben Institut absolviert und wohnen momentan nur 4 km voneinander entfernt. Kennengelernt haben wir uns erst vor 2 Jahren und lachend feststellen müssen, dass die Welt in der Tat ein Dorf ist!</em></p>
<p><em>Neulich bei einem Arbeitsfrühstück habe ich sie gefragt, ob sie bereit wäre, ihre Geschichte in meinem Blog zu erzählen um auf diese Weise anderen Menschen Mut zu machen, die vielleicht auch gerade ein schweres Schicksal im Ausland erleben. Sie hat spontan ja gesagt!</em></p>
<h4>Liebe Silke, beschreibe deine Erfahrungen als Expat-Partner und Mutter. Was hat das Auslandsleben für euch bedeutet?</h4>
<p>1994 sind mein Mann und ich das erste Mal im Ausland gewesen, 5 Monate Portugal. Das war bewusst so kurzgehalten, wir wollten mal sehen wie sich das anfühlt im Ausland zu leben.  Damals mit einem Kind, unserer drei Monate alten Tochter. Die Zeit war so intensiv, hat uns beiden so viel gegeben, dass wir beschlossen auch für länger ins Ausland zu gehen, wenn sich die Gelegenheit bieten würde.</p>
<p>Das kam dann 2001, inzwischen hatten wir schon drei Töchter (6 ½, 5 und 2 Jahre) und es verschlug uns nach Brasilien. Da kamen die noch vorhandenen rudimentären Portugiesischkenntnisse genau richtig. Leider mussten wir dann feststellen, dass das brasilianische Portugiesisch sich doch sehr stark unterschied, jedoch im Positiven, es war von der Aussprache her einfacher zu erlernen. Eine Herausforderung für mich war, drei Kinder mit Kindergarten und Schule zu organisieren. Dazu kam dann, dass zwei meiner Töchter auf die Internationale Schule gingen und zusätzlich zum Portugiesischen auch noch Englisch lernten. Es war sehr spannend mitzuerleben, wie schnell die Kinder Ausdrücke lernten und die in drei Sprachen durcheinanderwirbelten.</p>
<p>Nach drei Jahren ging es dann wieder zurück nach Deutschland, jedoch an einen anderen Standort, nämlich Hannover. Und hier schlug dann der Kulturschock in Form der deutschen Schul-/Kindergartenbürokratie zu. Kein Kindergartenplatz, in der Schule sollten die Mädchen runtergestuft werden.</p>
<blockquote><p>Das hat mich sehr viele Nerven gekostet, alles durchzusetzen und den Mädchen das Gefühl zu geben, dass der Auslandsaufenthalt positiv war und sie keine Defizite haben.</p></blockquote>
<p>2010 wurde es dann wieder spannend. Ein weiter Auslandsaufenthalt wurde angeboten. Inzwischen waren wir zu sechst, die jüngste Tochter 5 Jahre alt, plus zwei Hunde, und Mexiko stand im Raum. Ich wollte auf jeden Fall nochmal „raus“, aber mit 2 Töchtern auf dem Sprung in die Oberstufe und einer mitten in der Pubertät- war das wirklich sinnvoll? Es gab ein Wochenende, an dem wir alle zusammensaßen und pros und contras abgewogen hatten und mit einer „Gegenstimme“, von der Tochter in der Pubertät, beschlossen wir das Angebot anzunehmen. Mexiko war -für mich als Mutter gesehen- zum einen schulisch extrem herausfordernd- obwohl es diesmal eine deutsche Auslandsschule gab. Zum anderen jugendliche Töchter, die auf Partys gehen wollen und sich frei bewegen wollen, mit den mexikanischen Gegebenheiten und meinem Sicherheitsbedürfnis in Übereinstimmung zu bringen, das war nicht immer einfach.</p>
<p>Man sieht, ich spreche viel aus der „Ich-Perspektive“, wenn es um die Kinder geht<strong>. </strong></p>
<blockquote><p> Mein Mann war beruflich so eingespannt, dass die Themen Schule, Freunde, Hobbys, Sprachunterrichte, Haushalt, Kontakte mit Deutschland komplett auf meinen Schultern lag.</p></blockquote>
<p>Auch bei größeren Problemen in der Schule war ich immer alleine unterwegs, um alles zu regeln.</p>
<h4>Euer Auslandsleben nahm ein abruptes Ende, wie hast du diese schwere Zeit erlebt und überstanden?</h4>
<p>In unserem Cancún-Urlaub 2013, meine große Tochter hatte 4 Wochen zuvor ihr Abitur abgelegt und war auf dem Sprung nach Deutschland, um dort in ein FSJ zu gehen, klagte mein Mann nachmittags über starke Kopfschmerzen. Er ging früh zu Bett, stand dann gegen 22.00 Uhr nochmal auf und brach im Bad zusammen.  Erst dachte ich es wäre ein Herzinfarkt, doch aufgrund des schiefen Mundwinkels wusste ich &#8211; es ist ein Schlaganfall.</p>
<p>Er wurde nach Cancún ins Krankenhaus gebracht, diese Nacht, die ich ohne Infos, ohne jegliche Begleitung (die Kinder waren im Hotel geblieben) im Wartezimmer sitzend verbracht habe, werde ich nie vergessen. Am nächsten Tag war mein Mann ansprechbar, am Tag darauf ging es ihm morgens extrem schlecht und er wurde notoperiert. Drei Tage später starb er dort im Krankenhaus.</p>
<p>Diese 5 Tage waren für mich wie ein Albtraum. Die Kinder saßen im Hotel mit Animationsprogramm, realisierten (oder wollten nicht realisieren) gar nicht wie schlecht es ihrem Vater ging, ich pendelte zwischen Krankenhaus und Hotel dreimal täglich hin und her. Dadurch, dass wir im Sommerurlaub waren, fehlte mir mein soziales Netzwerk aus Puebla. Alle waren selbst im Urlaub, entweder in Deutschland oder irgendwo in Mexiko oder den USA. Eine Familie unterbrach für drei Tage ihren Urlaub an der Riviera Maya und blieben bei meinen Kindern im Hotel, das war eine Riesenhilfe für mich. Ich telefonierte mit den Angehörigen und Freunden in Deutschland, hielt sie über Facebook über die Situation auf dem Laufenden. Ich sprach mit dem Arbeitgeber meines Mannes in Mexiko und wir machten Pläne für verschiedene Szenarien.</p>
<p>Als klar wurde, dass mein Mann nicht überleben würde, kam einen Tag vorher eine Unterstützung aus der Personalentwicklung. Sie half mir bei den Regelungen mit dem Bestatter, kontrollierte die Todesurkunde auf Richtigkeit, regelte alles mit der deutschen Botschaft. Das traute ich mir dann mit meinen Spanischkenntnissen nicht zu, und falsch ausgestellte mexikanische Dokumente hätten alles noch komplizierter gemacht.</p>
<blockquote><p>Donnerstags verstarb mein Mann, Montags gab es eine mexikanische Trauerfeier in Puebla, Donnerstags saßen wir (mit Urne im Handgepäck!) im Flieger nach Deutschland, Montags darauf war die Beisetzung in Deutschland. Das alles organisierte ich, ohne Tränen, ich handelte in einem „Notfallmodus“, hatte die Emotionen komplett von mir abgetrennt.</p></blockquote>
<h4>Was war für deine vier Töchter besonders wichtig und hilfreich?</h4>
<p>Ich habe, schon während der ungewissen Situation in Cancun, immer offen mit ihnen gesprochen, auch die Jüngste (fast 7 Jahre alt) komplett eingebunden. Ich habe mit ihnen die verschiedenen Szenarien und die Konsequenzen daraus besprochen und diskutiert, ich habe sie auch meine Ratlosigkeit und Hilflosigkeit spüren lassen. Und ihnen aber auch immer wieder gesagt, dass wir das zu fünft durchstehen würden.</p>
<p>Und so ist es auch gekommen.</p>
<blockquote><p>Drei meiner Töchter studieren, die Jüngste ist jetzt in der 9. Klasse und wir sind ganz eng zusammengewachsen. Noch immer wird vieles gemeinsam bei einer Tasse Tee diskutiert, aber alle sind sehr selbstständig und treffen die Entscheidungen dann alleine.</p></blockquote>
<p>Ich habe nach unserer Rückkehr nach Deutschland sehr schnell wieder Alltagsroutine einkehren lassen, alle (bis auf die Älteste) gingen wieder zur Schule, durften mal einen Tag fehlen, wenn es vor Trauer gar nicht ging, aber das war die Ausnahme. Ein neues Ritual war die nachmittägliche Teestunde mit unserem mexikanischen Teeservice, da wurde dann alles besprochen, alltägliches und auch emotionales.</p>
<h4>Auf welche Ressourcen hast du zurückgegriffen, um das alles zu überstehen?</h4>
<p>Ich glaube es war eine Mischung aus Pragmatismus und Mutterinstinkt. Das wichtigste für mich war, dass die Kinder so gut wie möglich durch die Zeit des Krankenhauses und der Trauernfeiern und des plötzlichen Umzugs kamen. Da standen immer die Kinder im Vordergrund, ich habe mich hintenangestellt – das ging soweit, dass ich mich mit meinen Schwiegereltern in dieser Situation zerstritten habe, weil ich auf einer kleinen Beerdigung der Kinder zu Liebe in Deutschland bestand und das deren Wünschen entgegenlief.</p>
<blockquote><p>Pragmatismus half mir insofern, als ich mir sagte, du kannst jetzt nichts ändern und musst das Beste aus der Situation machen, das Beste für die Kinder, damit sie diesen Verlust verkraften und weiterhin positiv in die Zukunft sehen.</p></blockquote>
<p>Der vorhin beschriebene „Notfallmodus“ hat fast ein Jahr gedauert. Danach fiel ich -trotz bereits abgelegter Prüfung zur interkulturellen Trainerin“- in ein Loch und suchte mir bei einem Coach professionelle Hilfe. Es war weniger Trauer-Verarbeitung, es ging für mich darum, zu sehen in welche Richtung es gehen sollte. Mein Bild war: Im Moment schwimme ich und halte mich über Wasser und ertrinke nicht, aber jetzt möchte ich wissen wo das Land ist und in welche Richtung ich schwimmen muss. Mit dem Coach habe ist fast 2 Jahre zusammengearbeitet, das war eine sehr intensive Zeit in der ich viel über mich erfahren habe und meine Persönlichkeit weiterentwickelt habe.</p>
<h4>Was könnten andere Expat-Frauen von dir lernen?</h4>
<p>Was ich gerne an alle Expat-Frauen weitergeben will: Ich war in dieser Zeit, alleine mit dieser Situation in Cancun, dankbar für jede Spanischstunde, die ich genommen hatte und froh darüber, dass ich halbwegs alles verstehen konnte was auch die Schwestern untereinander sprachen, die Sachen abseits vom „Offiziellen“. All die Sachen, die ich organisieren musste, zu schaffen, wäre ohne Fremdsprachenkenntnisse und auch das Wissen um die Art und Weise wie man das zu sagen hätte, unmöglich gewesen.</p>
<blockquote><p>Die Auslandsaufenthalte haben mich ungemein bereichert. Nicht nur erworbene Kenntnisse wie die Sprachen, kulturelle Eigenheiten oder unterschiedliche Gerichte haben mein Wissen erweitert. Ich habe viel Selbstsicherheit bekommen.</p></blockquote>
<p>Ich traue mir zu, schwierige Situationen zu meistern, mich auch Unbekanntem zu stellen und neugierig zu sein, was sich dahinter verbirgt und wie man es lösen kann. Und dass es oft mehr als einen Weg gibt, Probleme zu lösen und es dort nicht die eine Lösung gibt.</p>
<h4>Wie hast du nach dem Auslandsaufenthalt den Wiedereinstieg ins Berufsleben geschafft?</h4>
<p>Ich habe, als mein Mann anfing zu arbeiten und wir nach Emden gingen, meinen Beruf aufgegeben und mich traditionell um Kinder, Haushalt etc. gekümmert. Das war von uns vorher so besprochen worden und es gab nur wenige Tage, wo ich diese Entscheidung bereute.</p>
<blockquote><p>Nach dem Tod meines Mannes hatte ich 20 Jahre keinen Beruf ausgeübt und mir war klar, dass ich mit meiner technischen Ausbildung nicht mehr auf dem aktuellsten Stand war.</p></blockquote>
<p>Aber ich hatte unglaublich viel erlebt im Ausland, viele interkulturelle Erfahrungen gemacht und so hatte ich die Idee „interkulturelle Trainerin“ zu werden. Ich belegte zuerst einen zweitägigen Probeworkshop zum Thema „Train-the-Trainer“, da ich gar nicht wusste, ob ich vor Teilnehmern stehen und reden kann und dabei noch Spaß hätte.</p>
<p>Als dieses Experiment positiv verlief meldete ich mich direkt zur interkulturellen Trainerausbildung an, und stürzte mich mit Begeisterung und Wissenshunger in dieses neue Thema. Ein Jahr später sattelte ich noch eine 9-monatige Business-Trainer-Ausbildung darauf und bilde mich seitdem auch immer noch weiter.</p>
<p>Zur Zeit bin ich selbstständig, arbeite für Verwaltungen, Handwerkskammer, öffentliche Einrichtungen und Krankenhäuser mit dem Thema Interkulturelle Kompetenz, ein zweites Standbein sind Zeit- und Selbstmanagement-Trainings im Unternehmenskontext.</p>
<h4>Liebe Silke, ich danke dir vielmals für dein Vertrauen und deinen Mut, deine Geschichte mit uns zu teilen. Sie wird sicher viele Herzen bewegen.</h4>
<p><em>Wer mit Silke Kontakt aufnehmen möchte, kann dies über die Kommentare tun oder direkt per E-Mail an </em><a href="mailto:info@von-hoffmann.de"><em>info@von-hoffmann.de</em></a><em>. Mehr über ihre Arbeit erfahrt ihr hier</em><em>: </em><a href="http://www.von-hoffmann.de"><em>www.von-hoffmann.de</em></a><em>. </em></p>The post <a href="https://chameleon-coaching.com/aus-der-interview-reihe-building-bridges-with-our-stories/">Building bridges with our stories: Silke aus Deutschland</a> first appeared on <a href="https://chameleon-coaching.com">Chameleon Intercultural Training & Coaching</a>.]]></content:encoded>
					
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		<title>Ist für Expat-Ehefrauen mit 27 beruflich Schluss?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[wiebke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 May 2019 08:05:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dual career]]></category>
		<category><![CDATA[Expat partner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der am 18.05.2019 im SPIEGEL erschienene Artikel „Expat-Ehefrauen &#8211; Wenn mit 27 beruflich Schluss ist“ provoziert und verlangt nach einem Realitätscheck! Ein Dilemma auf mehreren Ebenen Es herrscht in der Tat eine große Diskrepanz zwischen... </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der am 18.05.2019 im SPIEGEL erschienene Artikel „Expat-Ehefrauen &#8211; Wenn mit 27 beruflich Schluss ist“ provoziert und verlangt nach einem Realitätscheck!</p>
<p><strong>Ein Dilemma auf mehreren Ebenen</strong></p>
<p>Es herrscht in der Tat eine große Diskrepanz zwischen dem hohen Grad der Qualifikation und der Alltagsrealität einer mitausreisenden Partnerin. Es ist ein Dilemma auf mehreren Ebenen, für das es jedoch kreative und zeitgemäße Lösungen gibt.</p>
<p>Frauen, die mitten im Leben stehen, bestens ausgebildet sind und oft schon beachtliche Karrieren aufgebaut haben, lassen all das zurück und begleiten ihren Partner voller Enthusiasmus in Ausland, um dann festzustellen, dass die Realität auf dem lokalen Arbeitsmarkt ernüchternd ist. Ein Umzug mit Kindern ist weitaus komplexer, als es viele einschätzen und verlangt von den Eltern eine starke und umfangreiche Begleitung ihrer Kinder, sowohl im praktischen Sinne als auch emotional. Wenn beide Partner sofort in zwei Vollzeitjobs durchstarten, ist dies kaum zu leisten.</p>
<p><strong>Was leisten die Unternehmen?</strong></p>
<p>Immer wieder höre ich von Expat-Frauen, dass es seitens der Unternehmen nur wenig Verständnis und Unterstützung für sie gib. Man erhält ggf. ein Fortbildungsbudget, eine Teilnahme an einer interkulturellen Entsendungsvorbereitung und mit viel Glück gibt es Hilfe bei der Jobsuche. Sobald das Paar im Ausland angekommen ist, ist es jedoch meist auf sich gestellt. Es erweckt den Eindruck, als würden Unternehmen die Belange der Partner als &#8222;Privatsache“ abtun. In den Personalabteilungen der Firmenzentralen kennt man sich nicht mit den Gegebenheiten vor Ort aus und kann hier weder die Lage einschätzen noch unterstützen. Eine Relocation-Agentur vor Ort kann praktische Tipps für Wohnungs-, Schul- und Arztsuche geben. Aber die Fragen rund um die Eingewöhnung, anfängliche Isolation, Kulturschock, eingeschränkte Autonomie und eben auch Karrieremöglichkeiten, kommen erst einige Zeit später. Hier wäre ein Expat-Coaching vonnöten, welches jedoch meist nicht vorgesehen ist.</p>
<p>Blickt man auf die vorangegangenen Generationen von Expat-Frauen zurück, so waren all diese Partner Support Maßnahmen noch völlig undenkbar und hat viele Frauen in die Resignation geführt. Immerhin erkennen immer mehr Unternehmen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit des mitausreisenden Partners und dem Gelingen eines Auslandseinsatzes besteht.</p>
<p><strong>Wie lösen wir das Dilemma? </strong></p>
<p>Die neuen Generationen von Expats sind mit einem selbstbewussten Frauenbild aufgewachsen und gehen mit anderen Erwartungen in eine Entsendung als früher. Damit diese Erwartungen der Realität standhalten, ist es wichtig, sich vorher gründlich über das Zielland und die Lebensumstände zu informieren, um dann eine bewusste Entscheidung zu treffen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Je bewusster die Entscheidung, desto weniger tauchen später Gefühle von Machtlosigkeit und Enttäuschung auf. Hierzu gehört auch der Mut, Nein zu sagen, wenn es nicht passt. Auf Hilfe seitens der Unternehmen sollte man nicht warten, sondern es selbst in die Hand nehmen und ggf. einen Expat-Coach zurate ziehen, der sich im Zielland auskennt.</p>
<p>Hilfreiche Tipps und ein Gefühl für die Expat-Welt findet man auch in Facebook-Gruppen wie den „Weltfrauen“ mit über 6000 Mitgliedern oder bei den Expatmamas unter <a href="http://www.expatmamas.de">www.expatmamas.de</a>. Es fasziniert mich immer wieder zu lesen, dass es in jedem Winkel dieser Welt deutsche Frauen gibt und jede hat eine ganz individuelle, spannende Geschichte zu erzählen. Online Netzwerken ist heutzutage easy und die beste Möglichkeit, um am Anfang nicht alleine dazustehen. Für die rein berufliche Orientierung gibt es ebenfalls empfehlenswerte Expat-Coaches wie <a href="http://www.sharethelove.blog">www.sharethelove.blog</a> oder <a href="http://www.tandemnomads.com">www.tandemnomads.com</a>, die dabei helfen, ein „portable career“ &#8211; eine mobile Karriere &#8211; aufzubauen.</p>
<p>Manche Berufe wie z.B. Fotograf, Journalist, Lehrer oder Musiker lassen sich meist problemlos ins neue Land mitnehmen. Wer keine Arbeitsgenehmigung bekommt, kann ehrenamtlich arbeiten und wertvolle Praxis-Erfahrungen sammeln. Dank moderner Medien haben sich die Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung für Expat-Frauen erheblich verbessert. Fernstudium und Online-Kurse sind sehr beliebt, um die eigene Qualifikation zu erweitern. Wer kreativ ist und gerne „outside the box“ denkt, erfindet sich neu und wird zum Entrepreneur (z.B. Eröffnung einer deutschen Bäckerei, Wurstimporteur, Fremdenführer, Profi-Blogger oder Schmuckdesigner).</p>
<p>Wer sich bewusst dafür entscheidet, während der Auslandsentsendung des Partners nicht zu arbeiten, steht nicht allein da. Auch hier hilft es, ein Netzwerk mit Gleichgesinnten aufzubauen, um sich gegen Identitätskrisen und Unverständnis aus der Heimat zu wappnen.</p>
<p><strong>Ich fasse zusammen:</strong></p>
<ol>
<li>Realitätscheck</li>
<li>Eigeninitiative</li>
<li>Bewusste Entscheidung treffen und Verantwortung übernehmen</li>
<li>Netzwerken</li>
<li>Kreativ und mutig eigene berufliche Wege gehen</li>
</ol>
<p>Der SPIEGEL-Artikel hat viele der o.g. Aspekte nicht erörtert und meines Erachtens versäumt, die kraftvolle Dynamik und die zahlreichen Möglichkeiten der neuen Expat-Generation abzubilden. Ich hoffe, es ist mir gelungen, meinen Lesern eine breitere Perspektive über die beruflichen Aussichten einer Expat-Partnerin zu vermitteln.</p>The post <a href="https://chameleon-coaching.com/ist-fuer-expat-ehefrauen-mit-27-beruflich-schluss/">Ist für Expat-Ehefrauen mit 27 beruflich Schluss?</a> first appeared on <a href="https://chameleon-coaching.com">Chameleon Intercultural Training & Coaching</a>.]]></content:encoded>
					
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